Filzherstellung

● Nassfilzen
● Strickfilzen
● Nadel- oder Trockenfilzen
Reinigung und Pflege

Nassfilzen

Unsere Filzobjekte werden größtenteils in traditioneller Nassfilztechnik unter ausschließlicher Verwendung von Wasser und Olivenseife hergestellt. Dabei wird die gekämmte Wolle in Form gelegt, vorsichtig befeuchtet, gerieben und nach Erreichen einer bestimmten Anfangsfestigkeit kräftig gewalkt. Das Walken führt zu einer hohen Festigkeit und Belastbarkeit, so dass Sie von uns hohe handwerkliche Qualität und nicht etwa „halbgewalktes“ erwarten können. Durch das Umfilzen von Schablonen können dreidimensionale Körper aus einem Stück ohne störende Nähte gefilzt werden. Diese Technik findet bei Gefäßen, Taschen, Lampen, Schuhen, Hüten und Westen Anwendung.

Hier sehen Sie in einem Bilder-Kurs das Umfilzen von Schablonen am Beispiel einer Handtasche:

  • Auslegen der trockenen Wolle für Taschenrückseite und Klappe, Ränder etwas die Schablone überragend
  • Entfernen der Schablone, Anfeuchten der Wolle mit Seifenwasser
  • Vorsichtiges Reiben der nassen Wolle unter einer schützenden Gardine
  • Rückseite und Klappe nach dem Anfilzen – gut durchnässt und flach gerieben
  • Auflegen der Schablone, Umschlagen der Ränder
  • Bedecken der Taschenvorderseite mit trockener Wolle
  • Anfeuchten der Vorderseite mit Seifenwasser
  • Anfilzen, wiederum durch vorsichtiges Reiben der nassen Wolle mit Seifenhänden
  • Umschlagen überstehender Wollfasern auf die Rückseite
  • Die Tasche mit innenliegender Schablone nach dem Anfilzen
  • Erstes behutsames Walken in der Filzmatte
  • Sanftes Hin- und Herbewegen der Rolle
  • Drehen der Matte und Walken in der anderen Richtung
  • Glattstreichen entstandener Falten, Bearbeiten der Ränder
  • Die zurechtgeschnittene und umgeschlagene Klappe
  • Auflegen der Wolle für das Motiv oder Muster
  • Anfeuchten und Korrigieren des Motivs
  • (ein Delphin soll es werden)
  • Gründliches Anfilzen des aufgelegten Motivs unter der Gardine
  • Vorsichtiges Walken der aufgeschlagenen Klappe mit unten liegendem Motiv
  • Immer wieder das Motiv sanft anreiben, damit es sich mit dem Untergrund verbindet
  • Zunehmend kräftigeres Walken in der Filzmatte
  • Die Schablone muss entfernt werden, weil die Tasche schrumpft
  • Bearbeiten der Tascheninnenseiten
  • Glattreiben der Seitenkanten
  • Kräftig Weiterwalken ohne Filzmatte
  • Immer mal das Motiv überprüfen und...
  • die Walkposition ändern
  • Fertig - die Tasche ist deutlich kleiner geworden als die Schablone
  • Die Untergrundwolle hat das aufgelegte Muster gut durchdrungen und hält es fest
  • Vorsichtiges Anfilzen der Wolle für den Henkel durch Hin- und Herrollen des Wollstranges
  • Kräftiges Walken des zusammengeknäulten Henkels
  • Festigen der Schnur mit dem Walkholz
  • Gründliches Ausspülen des Seifenwassers
  • ... und fertig!

 

Weitere Anleitungen finden Sie unter dem Menüpunkt “Gratis-Anleitungen”.

Strickfilzen

Einige dreidimensionale Objekte wie Hausschuhe und Mützen lassen sich auch sehr gut in Strickfilztechnik herstellen. Das verwendete Garn muss sich unbedingt speziell zum Filzen eignen (reine Wolle und nicht waschmaschinenfest oder superwash-behandelt). Das Strickstück wird größer als benötigt gearbeitet und nach dem Stricken in der Waschmaschine und von Hand gefilzt. Taschen aus dicker Strickfilzwolle sind ein sehr gutes Projekt für Strickanfänger, weil kleinere Fehler oder Unregelmäßigkeiten beim Stricken nach dem Filzen nicht mehr erkennbar sind. Zusammen mit dem Garn können Sie bei uns Anleitungen für Schuhe, Hüte und Taschen erhalten, so dass Ihnen mühsames Ausprobieren und Fehlversuche erspart bleiben.

 

Nadel- oder Trockenfilzen

Mit Filznadeln unterschiedlicher Stärke lassen sich zarte dekorative Filzarbeiten herstellen, die von der natürlichen Struktur der Wollfaser leben. Filznadeln eignen sich aber auch zum dreidimensionalen figürlichen Filzen und zum detaillierten Gestalten von Filzbildern, die je nach gewünschter Stabilität anschließend auch noch nassgefilzt werden können.

Reinigung und Pflege

Filzprodukte sind im Gegensatz zu anderen Artikeln aus Wolle nicht sehr empfindlich und können problemlos in reichlich Seifenwasser mit der Hand gewaschen werden. Da die Wolle sehr viel Wasser aufnimmt, empfiehlt sich nach gründlichem Auswaschen des Seifenwassers Schleudern in der Waschmaschine und Trocknen an der frischen Luft.
Bilden sich bei intensivem Gebrauch an der Oberfläche des Filzes kleine Kügelchen (das sogenannte „Pilling“), können diese mit einer Schere vorsichtig abgeschnitten werden. Dadurch lässt das Pilling mit der Zeit nach, anders als wenn Sie die Kügelchen einfach abzupfen, wodurch wieder neue Faser-Enden an die Oberfläche gezogen werden, die sich miteinander verfilzen und „Pillen“ bilden.
Filzsachen, die längere Zeit gelagert werden, sollten ebenso wie die Unterseite von Gefäßen und die Rückseite von Bildern von Zeit zu Zeit vor Insektenbefall geschützt werden. Besonders gut eignet sich Neemöl zum Sprühen, ein natürliches Insektenmittel, welches sowohl Insektenbefall abwehrt als auch die Entwicklung schon vorhandener Insekten behindert. Mehrmaliges Schockfrosten ist ebenfalls eine sehr gute Methode, um bei möglichem Befall sofort alle evtl. vorhandenen Schädlinge abzutöten.

FraßstelleHäufiger als Fraßspuren durch den gefürchteten Mottenbefall (Tineola bisselliella) findet man im Filz einzelne kreisrunde kleine Löcher, die von den Larven des Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci) verursacht werden. Besonders häufig tritt dies an der Unterseite von Filz-Gefäßen und an der Rückseite gefilzter Bilder auf, weil die Larven dunkle nicht bewegte Stellen im Filz bevorzugen. Die Käfer können sich zum Glück nicht in der Wolle selbst weiter vermehren, fliegen aber durch geöffnete Fenster immer wieder neu in die Wohnung. Erheblicher Schaden entsteht an Strickgarnen, weil durch die Fraßstellen das Garn an mehreren Stellen angeschnitten wird und später bei der Verarbeitung reißt.